| Umwelt und Landwirtschaft |
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Manuskript vom: 2.5.2003 • 11:35 Mit Homöophathie gegen die Kastanienminiermotte Von Dietrich Sondermann |
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Vor
mehr als zehn Jahren ist sie aus dem Mittelmeerraum in Österreich
eingewandert und bereitet seitdem den Stadtgrünämtern große Sorgen: die
Kastanienminiermotte. Ihre Larven höhlen die Blätter der weißblühenden
Rosskastanien aus und zerstören sie. Das hat zur Folge, dass dieser
Laubbaum oft schon im Frühsommer welkt und die Blätter abwirft. Viele
Alleen bieten dann ein trauriges Bild. Herbststimmung im Hochsommer. Kaum ein Mittel hilft gegen die kleinen Schmetterlingsraupen, denn sobald sie aus dem Ei schlüpfen, fressen sie sich auch sofort ins Blatt ein und sind dort vor Sprühmitteln relativ sicher. In Bonn wollen die Pflanzenschützer jetzt einen anderen Weg ausprobieren. Der Baum soll sich selber helfen und die Motten vertreiben. Dabei sollen ihm homöopathische Mittel helfen. Seit drei Jahren bereiten die kleinen
Falter den Bonnern nun schon Kopfzerbrechen. Die
Poppelsdorfer Allee ist bekannt als Flaniermeile zwischen
der barocken Universität und dem kurfürstlichen
Schloss. Hier und in anderen Alleen kommt kaum eine
weißblühende Kastanie mit dem ersten grünen
Laub bis in den Herbst. Die Larven der Kastanienminiermotte
saugen und fressen die Blätter leer, bis diese
abfallen. Dabei scheinen sie die Bäume nicht einmal
sonderlich zu schädigen, meint Mathias Niesar vom
Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Rheinland:
Die Bäume werden nicht dadurch getötet, sondern wir haben eine sehr frühe Verfärbung des Laubes, die teilweise schon im Juni einsetzen kann; in Österreich, wo ja das Tier schon über zehn Jahre sein Unwesen treibt, konnten wir auch bisher keine absterbenden Bäume finden. Also die Bäume gehen dadurch nicht zugrunde.
Wir versuchen an zwanzig Bäumen ein Mittel zu applizieren, wo Informationen über den Schmetterling unmittelbar auf die Blätter gegeben werden. Und zwar ist das ein homöopathisches Mittel, wo Tiere entsprechend verascht wurden, also nicht verbrannt, also verascht wurden und dann hochpotenziert.
In Anlehnung an diese dort gewonnenen Erkenntisse hat man eben auch für Pflanzen diesen Weg beschritten und versucht eben über Homöopathie den Pflanzen Informationen zu geben, dass die in eigener Zuständigkeit dann Abwehrstoffe produzieren gegen diese Rosskastanienminiermotte.
Wir wollen untersuchen: gibt es einen unmittelbaren Einfluss darauf, dass z. B. weniger Eier abgelegt werden auf den Blättern - dass das vielleicht nicht 200 pro Fiederblatt sind, sondern bloß zwanzig - oder werden nach wie vor etwa 200 Eier pro Fiederblatt abgelegt und hat das eine unmittelbare Auswirkung auf die Vitalität der Tiere im Blatt selbst.
Dieses Mittel wird mehrfach in diesem Jahr ausgebracht, nicht nur ein Mal, sondern mehrfach also drei Mal pro Jahr ausgebracht und läuft dieses Projekt über drei Jahre.
Wolf-Dietrich Karl, ein Mitarbeiter der
beteiligten Firma aus Süddeutschland, ist sich jetzt
schon sicher, dass die Bonner Bäume mit Spritzung
besser gedeihen. In München, so berichtet er, seien die
Erfolge schon nachgewiesen:
Wir spritzen dort Biergärten hauptsächlich und auch private Anlagen und da haben wir eigentlich schon Erfolge gehabt, wo dann die Bäume im Sommer definitiv grüner waren, wo wir auch von den Kundschaften die Bestätigung schriftlich gekriegt haben, dass die Bäume auch im Gegensatz zur Umgebung besser ausgeschaut haben.
Und an dem Versuch machen wir gerne mit, weil Homöopathie ist halt ein Mittel, was gerne verlächelt wird und wenn man sich so einem Versuch stellt, macht das auch ein bißchen mehr Öffentlichkeit.
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