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der Modellschule Bludenz.
Authorin: Ulrike Stocker



Die Lindenkathedrale von Schloss Türnich




Zu wievielen Schlössern und großen Landsitzen gelangt man nicht durch eine Lindenallee! Es muß im 14. Jahrhundert gewesen sein, dass sie als Prunkbäume der Mächtigen und Reichen in Mode kamen.
Verständlich, dass man sie für die besten Alleebäume hielt: Sie wachsen turmförmig und entwickeln keine ausladende Krone, sondern recken ihre oberen Äste hoch und lassen die unteren hängen. Von allen größeren Bäumen bilden sie die zarteste Belaubung. Und im Hochsommer erfüllen sie die Luft auf das Angenehmste mit dem Duft ihrer Blüten.
Aber auch ihre gute Kalkverträglichkeit ist hervorzuheben. Als Allee- und Parkbaum bildet sie freistehend mächtige Exemplare. Hervorzuheben ist auch ihre Windverträglichkeit, sowohl im Blattwerk als auch im Holz.

Als Zugang zum Park von Schloss Türnich, in der Nähe von Köln, wurde der Überlieferung nach eine Lindenallee zusammen mit einer großen Parkanlage in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gepflanzt. (Wie vom Schlossbau sind auch alle Dokumente über den Park beseitigt oder versteckt worden.) Diese Lindenallee nimmt ihren Ausgang aber nicht am Schlosstor, wie bei anderen Schlossalleen üblich, sondern beginnt einfach am Ufer des Schlossgrabens. Deswegen erscheint ihr Ursprungspunkt oberflächlich gesehen sinnlos gewählt. Erst die energetische Betrachtung macht deutlich, warum der Ausgangspunkt der Allee genau dort fixiert wurde. Durch eine Aquastatlinie, die an diesem Platz ihre Spirale entfaltet, ist die "Lindenkathedrale" mit der Schlosskapelle verbunden.

Die Lindenallee stellt eine weite Ausdehnung des Sakralraumes der Schlosskapelle dar. (Der Begriff "Aquastat" wurde von dem englischen Archäologen und Wünschelrutengänger Guy Underwood erfunden. Vgl. sein Buch "The Pattern of the Past". Aquastate begleiten oft Wasser- und Energieströme und bilden Spiralen um die Kraftpunkte der Erde herum.) Die Allee ist aus 111 Lindenbäumen komponiert. Es sind 110 Winterlinden und eine einzige Sommerlinde. Die vollkommene Symmetrie der Allee wird durch die Sommerlinde peinlich verdorben, da sie aus der rechten Baumreihe herausragt und auch dicker und im Kronenbereich breiter gewachsen ist als ihre 110 Winterschwestern.

Die Zahl 111 lässt sich nummerologisch unter drei Aspekten betrachten:
110 plus 1 = 111
11 plus 1 = 12
1 plus 1 = 3

Misst man die Schwingungen in der Allee mit einem Radiästhesie-Instrument, so findet man, dass alle 110 Winterlinden eine Yang-Strahlung aufweisen, nur die Sommerlinde strahlt Yin. Sie schwingt "negativ" in Bezug auf alle anderen Linden der Allee, die "positiv" schwingen. Praktisch wurde die Ausbalancierung der Lindenallee dadurch verwirklicht, dass man auf den einzigen Pflanzungspunkt der Allee, durch den eine Wasserader verläuft -und damit eine Yin-Schwingung erzeugt- eine Sommerlinde gepflanzt hat, da bekanntlich unter den Lindenarten die Sommerlinde auf einem Yin-Punkt gut gedeiht. Vom Ende der Lindenallee verläuft ebenfalls eine Aquastatlinie nach rechts abbiegend und bildet eine Endspirale in der Mitte eines Lindenkranzes.Der Lindenkranz hat einen achteckigen Grundriss. An sieben Ecken sind Winterlinden gepflanzt worden, die offenbar das gleiche Alter aufweisen wie die Linden der Allee. Die achte Ecke, wo der Aquastat in den Siebenlindenkranz einfließt, ist frei geblieben. Die achteckige Architektur des Lindenkranzes entspricht dem für gewöhnlich achteckigen Baptisterium, wie man es als selbstständigen Bau bei italienischen Kathedralanlagen findet. Jenseits der Grenze des Parkes breitet sich ein verwildertes Gelände aus, das ursprünglich als zweiter Parkteil vorgesehen war, aber nie als solcher bepflanzt wurde. Es gibt einen zeitgenössischen Plan des Parks, unterzeichnet von dem kaiserlich-russischen Hofgärtner Friedrich Schulz. Er entspricht nur formal dem zwischen 1860 und 1880 angelegten Park. Zurzeit wird an der Planung an diesem nie realisierten Parkteil gearbeitet, der nun unter Berücksichtigung des überlieferten Originalplanes gestaltet und gepflanzt werden soll.

Solche umfangreichen Tempelanlagen gab es bei zahlreichen alten Kulturvölkern, wie zum Beispiel den Mayas. Auch dort baute man sakrale Anlagen mit verschiedenen Heiligtümern und dazwischen verlaufenden Zeremonialwegen. Vermutlich ist auch die Lindenanlage in Türnich aus einem ähnlichen Grund so gestaltet worden.Die Tempelanlage in Türnich erinnert stark an das keltische Modell des Naturtempels, da hier wie bei den Kelten die Naturelemente den Baustoff der Anlage bilden und nicht die Architekturmittel. (Interessanterweise ist der Name "Türnich" als einziger in der Gegend keltischen Ursprungs.) Auf "Orten der Kraft" haben frühere Epochen und Kulturen ihre Sakralbauten errichtet. Ägyptische und mexikanische Pyramiden, asiatische Tempel, indianische und keltische Kultstätten, romanische Klöster und gotische Kathedralen stehen auf solchen Orten. Zu den bedeutendsten Orten in Europa zählen die Kathedrale von Chartres, der Mont St. Michel, Stonehenge, Santiago di Compostella, die Klosteranlage in den Pyrenäen und wahrscheinlich auch der Ort des Kölner Doms. Heute sind viele dieser Orte schwer gestört. Sie wieder in Ordnung zu bringen, ist für die Gesundung des Ökosystems von herausragender Bedeutung. Dieser Aufgabe hat sich im Schlosspark Türnich in den letzten zweieinhalb Jahren der slowenische Künstler Marko Pogacnik gewidmet. Er führte etliche Steinsetzungen, welche Akupunkturnadeln entsprechen, durch. Der Besitzer des Schlosses, Godehard Graf von und zu Hoensbroech, stellte dazu 1989 fest:


a) Die Vitalität des Biotops ist ausgezeichnet.
b) Das Verhalten der Parkbesucher hat sich grundlegend gewandelt. Während früher ein erheblicher Vandalismus zu beobachten war, hat dieser seit Mai 1987 völlig aufgehört. Aggressionen treten dort auf, wo Disharmonien herrschen. Durch die Wiederherstellung von Harmonie, und zwar einer kraftvollen Harmonie, ist kein Raum für Aggression. So suchen immer wieder Menschen den Park wegen seiner harmonisierenden und kräftigenden, d. h. letztlich heilenden Wirkung auf.